Bildung für Mädchen und Frauen mit langer Tradition

Clementine Schreiber, Nonne und Lehrerin in Adelhausen, um 1860 (Stadtarchiv Freiburg)

Die Adelhausenstiftung geht in ihrem Ursprung auf den einstigen Dominikanerinnenkonvent Adelhausen zurück. Schon früh kümmerten sich die Nonnen um die Bildung und Erziehung katholischer Mädchen und junger Frauen. Das Kloster wurde aber 1806/1811 aufgehoben und sein Vermögen zu Staatseigentum erklärt. Umgewandelt in ein "Weibliches Lehr- und Erziehungsinstitut" konnten die Nonnen das Anwesen jedoch weiter bewohnen und bewirtschaften und darin eine gut besuchte Mädchenschule unterhalten. Nach Auseinandersetzungen zwischen dem Großherzogtum Baden und der Kirchenbehörde im Zuge des Badischen Kulturkampfes, kam es schließlich 1867 staatlicherseits zur Aufhebung des Institutes. Sein gesamtes Vermögen wurde bei diesem Akt in eine "katholische weltliche Stiftung für alle Stufen des Unterrichts der weiblichen Jugend in der Stadt Freiburg" umgewidmet: der Ausgangspunkt der späteren Adelhausenstiftung. Die Verwaltung dieses "Schulfonds Adelhausen" ging dabei auf den Freiburger Stadtrat sowie die Stiftungsverwaltung Freiburg über.  Der Schulbetrieb wurde zunächst von einigen der bisherigen Klosterfrauen, später von weltlichem Lehrpersonal fortgeführt. 

Auch das Frauenkloster St. Ursula hatte der Badische Staat in ein "Weibliches Lehr- und Erziehungsinstitut" umfirmiert und schließlich 1877 säkularisiert. Sein ebenfalls in eine weltliche Ortsstiftung umgewidmetes Vermögen wurde gleichfalls von der Stiftungsverwaltung betreut. Beide Stiftungen, der "Schulfonds Adelhausen" und die Stiftung "vormals St. Ursula", wurden im Jahr 1978 aus wirtschaftlichen Gründen fusioniert und zur "Adelhausenstiftung Freiburg" vereinigt.

Von 2009 bis 2013 wurde das denkmalgeschützte Adelhauser Kloster in der Altstadt von Freiburg saniert. Seither ist das Gebäude Sitz der Stiftungsverwaltung Freiburg.

Kunsthistorische Sammlung

Orgel in der Adelhauser Kirche

Liegenschaften aus vergangenen Jahrhunderten, so die Kirche St. Ursula und die Adelhauser Kirche, sowie wertvolle kunsthistorische Sammlungen gehören zum Vermögen der Stiftung. Die Bestände aus klösterlicher Provenienz sind vor allem Bildwerke, mittelalterliche Textilien, Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie Handschriften, Möbel und Devotionalobjekte. Entstanden sind sie in der Zeit vom hohen Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert. Nahezu vollständig erhalten sind die barocken Ausstattungen der ehemaligen Klosterkirchen. International bedeutende Spitzenstücke sind ein hochgotischer Behang, spätmittelalterliche Bildwerke des oberrheinischen Meisters Hans Wydyz, der "Adelhauser Tragaltar" aus der Zeit um 800, die beiden sog. "Liebenauer Vortragekreuze" (1342, 15. Jhd.) und weitere Objekte. Sie sind als Leihgaben im Augustinermuseum Freiburg ausgestellt.

Adelhausenstiftung fördert Bildung und Erziehung

Noch heute sichtbar: Inschrift am Eingang zum Museum für Neue Kunst.

Nach wie vor besteht der Zweck in der Förderung des Unterrichts und der Ausbildung von – heute vorwiegend – katholischer Mädchen und junger Frauen in der Stadt Freiburg, dabei arbeitet die Adelhausenstiftung mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. Die Stiftung vergibt beispielsweise unterschiedliche Stipendien an Studierende der Freiburger Hochschulen als auch an Schülerinnen und Schüler: im eigenen Programm zusammen mit der Dr.-Leo-Ricker-Stiftung, mit Deutschlandstipendien, für Schüler des UWC Freiburg oder auch an das Deutsch-Französische Internat. Darüber hinaus erfährt auch das St.Ursula-Gymnasium eine Förderung durch die Adelhausenstiftung. Mit dem Ausbildungsprojekt AUFTAKT erhalten Mädchen und junge Frauen gleich mehrere Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in die Berufe der Altenhilfe.