Gebäude, die die Geschichte Freiburgs mitprägten

Adelhauser Kloster mit Kirche

Historische Aufnahme der Adelhauser Klosterkirche.
Heutiger Blick auf den Komplex des Adelhauser Kloster in der Freiburger Altstadt.

An einem der schönsten Plätze von Freiburg - dem Adelhauser Klosterplatz - liegt der in den Jahren 1687-1694 errichtet Klosterbau der Freiburger Dominikanerinnen. Die im Wesentlichen gut erhaltene Anlage ermöglicht noch heute einen Einblick in die ursprüngliche funktionelle Konzeption eines klausurierten Dominikanerinnenklosters. Im Erdgeschoß befanden sich die zentralen Gemeinschafts-, Wirtschafts- und Arbeitsräume, der doppelgeschössige Nonnenchor und der Kirchenraum. Im Obergeschoss waren die Nonnenzellen untergebracht. Die Kirche wird – aufgrund ihrer harmonisch wirkenden barocken Ausstattung – heute gerne für Kasualien angefragt. Die Dompfarrei veranstaltet regelmäßig Gottesdienste in der Adelhauser Kirche.

Eine zweite Phase der Nutzung des Gebäudes begann 1786 mit der Einrichtung einer Mädchenschule im Kloster. Zunächst wurden die Räume im Erdgeschoß des Westflügels zu Schulzimmern umgebaut und bis 1837/39 vier weitere Unterrichtsräume eingerichtet. Doch machte die weiter steigende Zahl an Schülerinnen 1855/56 einen separaten dreistöckigen Erweiterungsbau auf dem Klosterhof an der Gerberau erforderlich (heute Naturmuseum).

Nach der Auslagerung des Schulbetriebes nutzte die Stadt Freiburg ab 1928 das Gebäude für Sammlungen der Städtischen Museen. 1938 wurde das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Kreuzgangbereich eröffnet, 1961 im Ostflügel das Museum für Völkerkunde. Wegen Brandschutz musste das Gebäude 2008 geschlossen werden.

In den Jahren 2009 bis 2013 wurde das denkmalgeschützte Klostergebäude grundlegend saniert. Seitdem wird es von der Stiftungsverwaltung Freiburg für die Betreuung der kommunalen Stiftungen genutzt, die hier die bis dahin auf vier Standorte verteilte Verwaltung konzentrieren konnte.

Friedrichsbau

Die Erträgnisse des Friedrichsbaus werden zur Förderung von Jugendlichen im Handwerk eingebracht.

Seit seiner Errichtung im Jahr 1906 spielte der Friedrichsbau eine bedeutende Rolle. Das "Kaffeehaus" samt Tanzsaal und Lichtspieltheater wurde sofort zu einem beliebten Ort der Freiburger. 1921 erwarben Franz Xaver und Emma Seiler das Anwesen, das sie später in ihre Stiftung einbrachten. Nach dem Krieg diente das Gebäude als Landesstudio des Südwestfunks, danach als Offizierskasino der französischen Garnison. 1987 begann der Umbau, bei dem man einen Teil der historischen Funktionen wiederherstellte. Ein zweigeschossiger Saal mit 350 Plätzen, Tagungsräume, ein Bistro und ein Ladenlokal fanden darin Platz; außerdem befinden sich Kinoräume und weitere Geschäftsräume in dem Gebäude. Bis 2013 war hier auch die Verwaltung der Kinder- und Jugendhilfe der Waisenhausstiftung untergebracht.

Jesuitenschloss

Bezaubernde Lage am Schönberg mit weiten Blicken zum Schwarzwald, in die Vogesen und über die Stadt.
Das Hauptgebäude des Jesuitenschlosses wird gerne für Feiern gemietet - es ist zusammen mit dem Restaurant verpachtet.

Oberhalb von Merzhausen liegt das Jesuitenschloss. Von hier eröffnet sich ein Panoramablick über Freiburg und den Schwarzwald bis hinüber zu den Vogesen. Zunächst in der Hand von Jesuiten, fiel es 1773 an die vorderösterreichische Regierung, danach an verschiedene Eigentümer.1898 erwarb die Heiliggeistspitalstiftung den Komplex und verpachtete ihn zunächst als Kurhaus, später wurden Wohnungen eingerichtet. Heute ist dort das Stiftungsweingut mit einer Kellerei, einer Probierstube, einem großen Saal zum Vermieten sowie den Verkaufsräumen untergebracht. Der vordere – gleichnamige – Gebäudeteil ist als Restaurant verpachtet. 

Kloster in Günterstal

Historische Aufnahme des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters in Freiburg-Günterstal.
Heute sind im Klosterkomplex u.a. Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe der Waisenhausstiftung untergebracht.

Hinter dem Torbogen in Günterstal liegt der Gebäudekomplex des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters, das 1224 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der Barockzeit schuf der bekannte Baumeister Peter Thumb einen Neubau, der später abbrannte und wieder aufgebaut wurde. Von 1894 bis 1985 diente der Klosterbau als städtisches Waisenhaus. Heute sind in dem Gebäude folgende Einrichtungen untergebracht: die Schule für Erziehungshilfe mit Tagesgruppen "Schubs" und das Berufsstarttraining "BeST" der Waisenhausstiftung, außerdem das Internat des Deutsch-Französischen Gymnasiums und ein Kindergarten. 

Schwarzes Kloster und Kirche St. Ursula mit Nonnengruft

Unter der Kirche St. Ursula liegt die Nonnengruft.
Auch heute noch ein Ort der Bildung: im Schwarzen Kloster befindet sich die Volkshochschule Freiburg.

Die Ursulinen eröffneten 1696 in Freiburg ihren Schulbetrieb. Die Ordensschwestern, die sich einer neuzeitlichen Mädchenbildung verschrieben hatten, errichteten in der heutigen Rathausgasse ihr Ordens- und Schulgebäude. Es wurde nach der Tracht der Lehrfrauen "Schwarzes Kloster" genannt und etablierte sich zu einer festen Institution in Freiburg. Die Aufhebung der Klostergemeinschaft im Badischen Kulturkampf 1877 führte dazu, dass die Stadt in dem Gebäude zunächst eine Mädchenschule einrichtete. Später waren hier städtische Ämter untergebracht. Im Auftrag der Adelhausenstiftung wurde das ehemalige Klostergebäude 1978 zur Einrichtung der Volkshochschule instandgesetzt, 1997/98 die Klosterkirche restauriert. 

Der Kirchenraum gilt als einer der schönsten Rokoko-Interieurs der Region und wird heute von der alt-katholischen Gemeinde genutzt. Unter der Kirche sind in der Nonnengruft Schwestern bestattet. Außerdem wurden auch bedeutende Grabdenkmäler des Alten Friedhofs dort sichergestellt.

Wentzingerhaus

Einst das Wohnhaus von Wentzinger - jetzt Museum für Stadtgeschichte: das "Haus zum Schönen Eck" am Münsterplatz.

Am Freiburger Münsterplatz steht das Wentzingerhaus, das "Haus zum schönen Eck". Benannt ist das 1761 errichtete Gebäude nach dem bedeutenden Freiburger Maler, Bildhauer und Baumeister Johann Christian Wentzinger (1710-1797), der es zu seinen Lebzeiten als Wohn- und Atelierhaus bauen ließ. Es ist das wohl bedeutendste bürgerliche Wohngebäude des 18. Jahrhunderts in Freiburg und zählt zu den wenigen, original erhaltenen Künstlerhäusern aus der Zeit des Spätbarock in Deutschland. Die Adelhausenstiftung erwarb das Wentzingerhaus 1988 und ließ es denkmalgerecht sanieren. Seit 1994 befindet sich hier das Museum für Stadtgeschichte.