Altenhilfe mit langer Tradition

Die Heiliggeistspitalstiftung ist einer der großen Träger von Einrichtungen der Altenhilfe in Freiburg. Mehr als 400 Mitarbeitende kümmern sich täglich um rund 1.000 ältere Menschen. Die Heiliggeistspitalstiftung ist zugleich die größte der Freiburger Stiftungen und die älteste Fürsorgeeinrichtung Freiburgs.

Fürsorge seit dem 12. Jahrhundert

Urkunde des Grafen Konrad von Freiburg und der Stadt Freiburg vom 14. April 1255. Ältestes eigenes Dokument der Heiliggeistspitalstiftung. (Stadtarchiv Freiburg)

Der erste Hinweis auf ein Hospital stammt aus dem Jahre 1146. Urkundlich erwähnt wurde das Heiliggeistspital erstmals 1255, es lag damals am Münsterplatz. Das Spital war entscheidend für die Entwicklung des städtischen Fürsorgewesens. Hier fanden Arme und Kranke Aufnahme. Wohlhabende Bürger finanzierten im Mittelalter mit ihren Spenden eine Art der öffentlichen Fürsorge: aus Mitleid, Verantwortungsgefühl und im Bemühen um das eigene Seelenheil. Im Heiliggeistspital sicherten sie sich als Altersvorsorge Unterkunft und Pflege durch Schenkung ihrer Güter (Pfründe). Auf diese Weise kam das Heiliggeistspital zu beträchtlichem Besitz. Häuser, Ländereien, Weinberge und Wiesen wurden dem Spital im Lauf der Jahrhunderte übereignet. Vor allem bei reicheren Bürgern erfreute sich die Einrichtung rasch wachsender Beliebtheit und die Pfründe erwiesen sich bald als unverzichtbarer finanzieller Bestandteil für den Unterhalt des Heiliggeistspitals mit der Folge, dass die Gebühren immer höher wurden. Die Armen blieben mit der Zeit außen vor, und ein eigenes Armenspital war die Konsequenz. Später folgten ein Siechen- und Findelhaus und weitere Einrichtungen.

Das Stiftungsweingut zur Selbstversorgung

Zur Heiliggeistspitalstiftung gehört das Stiftungsweingut, das 1298 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Die Pfründner brachten auch Rebberge mit ein und in den Spitaltrotten wurde der für die Selbstversorgung wichtige Wein hergestellt und gelagert: als Getränk und Medizin, als Einnahmequelle für den Spitalhaushalt hatte der Wein eine hohe Bedeutung. Heute hat das Stiftungsweingut seinen Sitz auf dem Jesuitenschloss. 

Katharina Egg und Johann Christian Wentzinger

Gemälde von Domenico Quaglio, 1821: Blick auf das Münster, links die „Lugstühle“ am Spital.

Zwei besonders bedeutende Freiburger Stifter, Katharina Egg und Johann Christian Wentzinger, ermöglichten im 18. Jahrhundert den Kauf eines Gebäudes in der Herrenstraße. Hier entstand ein "modernes" Krankenhaus. 1829 wurde ein neues Spital an der Albertstraße eingerichtet, der Vorläufer der heutigen Universitätskliniken. Das Heiliggeistspital selbst kam nach der Aufgabe des Gebäudes am Münsterplatz 1803 im ehemaligen Clarissenkloster an der Merianstraße unter, das 1944 zerstört wurde.

Das Heiliggeiststift in Herdern

Bis 1973 erinnerte das "Domhotel zum Geist" am Freiburger Münsterplatz an die Frühzeit des ersten Heiliggeistspitals. Heute steht an dieser Stelle ein Kaufhaus. Die Nachfolgeeinrichtung des Heiliggeistspitals, das "Heiliggeiststift", war seit 1957 in der Deutschordensstraße in Herdern untergebracht. Sie diente, wie alle anderen Einrichtungen der Heiliggeistspitalstiftung, dem Stiftungszweck und ermöglichte "alten und gebrechlichen Personen, und zwar im besonderen Maße den bedürftigen Einwohnern der Stadt Freiburg, einen ruhigen und unbesorgten Lebensabend." 2015 begann der Rückbau des Gebäudes für den Bau eines neuen Pflegehauses.

Träger von Einrichtungen der Altenhilfe

Die Heiliggeistspitalstiftung ist auf die vielfältigsten Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Sie betreibt drei Pflegehäuser, sechs Wohnanlagen mit betreuten Wohnungen, zwei Begegnungszentren, einen ambulanten Pflegedienst, die Tagespflege sowie das Hirnleistungstraining "Grips".