Nach der Säkularisierung der Klöster entstanden Armenanstalten. Einen entscheidenden Schritt machte schließlich um 1800 der städtische Archivar Ferdinand Weiß: Er organisierte das Freiburger Armenwesen grundlegend neu und führte die damals mehr als 100 einzelnen Stiftungen unter einer gemeinsamen Verwaltung zusammen; damit war die Idee der Stiftungsverwaltung geboren.
Die einzelnen Stiftungen blieben rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Ihre Mittel wurden jedoch fortan gemeinsam verwaltet und entsprechend dem jeweiligen Stiftungszweck eingesetzt. Ein Prinzip, das bis heute gilt.
Ferdinand Weiß starb 1822. Freiburg und mit der Stadt auch ihre sozialen Herausforderungen veränderten sich. Mit der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung – und zugleich die Zahl der Menschen, die Unterstützung benötigten.
Bis 1930 betreute die damalige „Allgemeine Stiftungsverwaltung“ 86 Einzelstiftungen. Im Laufe der Zeit wurden viele von ihnen zusammengeführt. Währungsreformen und wirtschaftliche Umbrüche ließen zudem große Teile des Stiftungsvermögens verschwinden.
Fortbestehen konnten vor allem Stiftungen, deren Vermögen auch in Grundstücken und Immobilien angelegt war. Bis heute bildet dieser Besitz eine wichtige Grundlage dafür, Stiftungsvermögen langfristig zu erhalten und die jeweiligen Stiftungszwecke erfüllen zu können.
Heute vereint die Stiftungsverwaltung Freiburg sechs rechtlich selbstständige kommunale Stiftungen unter einem Dach. Mit ihren Einrichtungen und Angeboten in der Altenhilfe und Kinder- und Jugendhilfe sowie ihrer Bildungs-, Ausbildungs- und Studienförderung gehören die Stiftungen heute zu den großen sozialen Trägern Freiburgs.
Rund 640 Mitarbeitende führen diesen Auftrag heute weiter – auf Grundlage von Stiftungen, deren Geschichte teilweise viele Jahrhunderte zurückreicht.
» Was sich verändert hat, sind die Aufgaben und die Zeit, in der wir leben. Geblieben ist die Idee dahinter: Vermögen dauerhaft zu bewahren und daraus Verantwortung für Menschen in Freiburg zu übernehmen. «