Stiftungshilfsfonds Ukraine

Stiftungsrat richtet Hilfsfonds für Geflüchtete aus der Ukraine ein

Seit dem 24. Februar 2022 befindet sich die Ukraine im Kriegszustand. Das Unvorstellbare – Krieg mitten in Europa – ist Realität geworden und ein baldiges Ende der Kriegshandlungen erscheint aktuell nicht absehbar.

Das Leid der ukrainischen Bevölkerung ist groß – Städte liegen in Trümmern, Familien werden zerrissen, Menschen trauern um ihren Angehörigen, Freunde und Nachbarn. Zahlreiche Personen suchen Schutz in der Bundesrepublik. Auch in der Stadt Freiburg suchen Ukrainerinnen und Ukrainer Zuflucht, Hilfe und Unterstützung.

Die kommunalen Stiftungen in Freiburg wollen in dieser prekären Situation einen solidarischen Beitrag leisten und fühlen sich verpflichtet, die vor dem Krieg fliehenden Menschen in der Stadt Freiburg zu unterstützen. Auf Initiative des Stiftungsrates wurde der „Stiftungsfonds Ukraine“ ins Leben gerufen und zunächst mit einem Startkapital aus Stiftungsmitteln ausgestattet.

Alle Beteiligten – Stiftungsrat, Verwaltung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftungen – sind bemüht, den vor Krieg fliegenden Menschen kurzfristig, unbürokratisch und bedarfsgerecht zu helfen. Hierbei soll berücksichtigt werden, dass die Situation dynamisch ist und sich die Bedarfe der Menschen verändern.

 

Einzelfallhilfen

Die Förderung von Einzelpersonen kann so vielfältig sein, wie die individuellen Schicksale der Menschen sind. Hier sind alle Formen der Unterstützung denkbar, die im jeweiligen Einzelfall hilfreich und notwendig sind. Bedeutsam hierbei ist, dass eine Unterstützung durch öffentliche Leistungen nicht oder nicht in vollem Umfang möglich ist. Die kommunalen Stiftungen unterstützen, wenn andere Leistungen ausgeschlossen sind und sich eine Finanzierungslücke ergibt, die anderweitig nicht geschlossen werden kann.

 

Projektförderungen

Neben der Unterstützung bedürftiger Einzelpersonen ist vorgesehen, die Stiftungsmittel auch gemeinnützigen Einrichtungen und Initiativen zur Verfügung zu stellen. Projekte und Programme, die im Freiburger Stadtgebiet umgesetzt werden und deren Adressatenkreis Geflüchtete aus der Ukraine umfasst, können finanzielle Unterstützung erhalten. Bedeutsam hierbei ist, dass die Vergabe der Stiftungsmittel nachrangig erfolgt.

 

Finanzielle Hilfe für Studierende aus der Ukraine

Auch zur Fortführung eines Studiums stehen Stiftungsmittel aus dem Hilfsfonds zur Verfügung. Studierende aus Drittstaaten, die nachweisen können, dass sie in der Ukraine immatrikuliert waren, können ebenso von den finanziellen Unterstützungsleistungen profitieren, wie Studierende mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Die Stiftungen wollen sich hier solidarisch zeigen und erkennen an, dass der Krieg die Pläne aller Studierenden in der Ukraine zerstört.

 

Unterstützungsmöglichkeiten für Geflüchtete in stiftungseigenen Einrichtungen

Stiftungseigene Einrichtungen, die geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen haben bzw. mit ihnen arbeiten, können ebenfalls zusätzliche Mittel aus dem Stiftungsfonds erhalten. Im Fokus stehen hierbei die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe der Waisenhausstiftung sowie die Pflegeeinrichtungen der Heiliggeistspitalstiftung.

Als Träger der Kinder- und Jugendhilfe bietet die Waisenhausstiftung Freiburg in ihrer Inobhutnahmestelle und in ihren Wohngruppen bis zu 16 Plätze für geflüchtete ukrainische Mädchen und Jungen an. Auch die Heiliggeistspitalstiftung Freiburg ist als Träger der Altenhilfe bestrebt, freie Plätze in ihren Pflegehäusern und Wohnanlagen für hilfsbedürftige Geflüchtete bereitzustellen.

 

Wohnraum

Durch große Flüchtlingsströme, die in der Vergangenheit durch Krisen und Kriege ausgelöst wurden, wurde verdeutlicht, dass primärer Bedarf der Geflüchteten zunächst angemessener Wohnraum ist. Private Rückzugsmöglichkeiten, die ein Ankommen in der neuen Heimat ermöglichen, sind wesentlicher Bestandteil einer gelingenden Integration. Die kommunalen Stiftungen, die über einen großen Wohnungsbestand verfügen, werden daher der Stadt Freiburg freien Wohnraum für die vorübergehende Unterbringung von Geflüchteten anbieten.

 

Neue Perspektiven – Arbeitsplatz bei den kommunalen Stiftungen

Als bedeutender Arbeitgeber im Freiburger Stadtgebiet sind die kommunalen Stiftungen offen und freuen sich über neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Ukraine. Insbesondere im Bereich der Altenhilfe, in der Pflege und in der Hauswirtschaft, können interessierten und geeigneten Personen Tätigkeiten angeboten werden. Als einmaligen Zuschuss gewähren die kommunalen Stiftungen eine „Aufbauhilfe“ in Höhe von bis zu 2.500,- Euro. Außerdem werden Kooperationen mit Freiburger Bildungsträgern eingegangen, um potentielle neue Kolleginnen und Kollegen kurzfristig den Besuch von Deutsch-Sprachkursen zu ermöglichen. Neben den klassischen Stellenbörsen veröffentlichen die kommunalen Stiftungen freie Arbeitsplätze im digitalen Jobportal JobAid Ukraine.

 


Kontakt

Stiftungsverwaltung Freiburg

Maja Graeber

Telefon 0761/2108-396
graeber.m (at) sv-fr.de

Stiftungsverwaltung Freiburg
Adelhauser Str. 33
79098 Freiburg