25.02.2026

Neubau Pflegeeinrichtung in Lehen – Standortentscheidung durch Stiftungsrat getroffen

Presseinformation 

Der Stiftungsrat der Heiliggeistspitalstiftung hat sich in der Sitzung am 24. Februar für den Neubau eines Pflegeheims am Standort Freiburg West, Zinklern entschieden. Für Stiftungsratsvorsitzenden Martin Horn (Oberbürgermeister) und Stiftungsdirektor Joachim Sproß ist der Fahrplan damit klar: Mit der Standortwahl ist nun die Zukunft des Pflegeheims gesichert

 

Pflege als Auftrag – nicht als Geschäftsmodell 

Pflegeheime sind heute keine Selbstläufer mehr. Baukosten steigen, gesetzliche Anforderungen wachsen, Personal ist knapp. Wirtschaftlich betrachtet sind stationäre Pflegeeinrichtungen anspruchsvolle und kostenintensive Vorhaben. Die Heiliggeistspitalstiftung baut dennoch eine neue Pflegeeinrichtung.  Nicht, weil es sich rechnet – sondern weil es ihr Auftrag ist. 

Seit über 770 Jahren trägt die Stiftung Verantwortung für ältere Menschen in Freiburg. Was im 12. Jahrhundert als Hospital begann, ist heute ein modernes Netz aus Pflege, Betreuung und sozialer Infrastruktur. Über 400 Mitarbeitende begleiten täglich rund 1.000 Seniorinnen und Senioren – fachlich, verlässlich und nah am Menschen. 

Stiftungen denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Gerade in Zeiten steigender Baukosten, gesellschaftlicher Unsicherheit und politischer Spannungen bedeutet das: investieren, wenn andere zögern. Strukturen schaffen, die tragen. Orte bauen, die Bestand haben. Der Bau einer neuen Pflegeeinrichtung ist deshalb keine betriebswirtschaftliche Opportunität, sondern eine Fortsetzung eines historischen Auftrags. 

 

Jahrelanger Prüfprozess um Sanierung und wirtschaftlichsten Standort endet nun  
Bereits kurz nach der Einführung der Landesheimbauverordnung im Jahr 2009 wurde das Aus des heutigen Johannisheims als Pflegeheim deutlich, denn die baulichen Voraussetzungen können am jetzigen Standort nicht eingehalten werden. Mehrere Standorte für einen Neubau – darunter auch die Bestandssanierung – wurden unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile geprüft, verglichen und gerechnet. Die Heiliggeistspitalstiftung wird nun die Planungen für den Neubau ausschließlich am Standort „Im Zinklern“ weiterverfolgen. Die Alternative Neubau in der „Alten Stadthalle“ wird nicht weiterverfolgt. 

Warum die Alte Stadthalle ausscheidet 

Die eigentlich sehr charmante Möglichkeit eines Stadtteil-Altenwohnheims mit belebtem, urbanem Umfeld im Zentrum von Littenweiler ist baulicher und betrieblicher Bedingungen komplex. Die Prüfungen im vergangenen Jahr haben ergeben, dass eine Haus-in-Haus-Lösung grundsätzlich möglich ist. Im Vergleich zum „Neubau auf der grünen Wiese“ war dies wirtschaftlich für die Stiftung jedoch mit deutlich höheren Kosten verbunden. Da die Wirtschaftlichkeit auch Einfluss auf die späteren Kosten für die Bewohner hat, war hier aus Sicht des Stiftungsrates für Zinklern zu entscheiden. Zudem hätten der notwendige schnelle Realisierungszeitraum und die baulichen Risiken im Bestand bei der Alten Stadthalle im Vergleich zum Standort Zinklern deutliche Nachteile für die Stiftung mit sich gebracht. 

Warum „Im Zinklern“ trägt 

Der Standort „Im Zinklern“ ist im Bebauungsplan von Beginn an für Pflege vorgesehen. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurde geprüft, dass sich der Neubau im bestehenden Bebauungsplan sehr zeitnah realisieren lässt und viele Vorteile einer modernen Pflege bereits berücksichtigt: kurze Wege, bedarfsgerechte Grundrisse, vollständige Barrierefreiheit und Teilhabe in einem neuen Viertel. Das Grundstück liegt verkehrlich gut erschlossen in direkter Nähe zur Dreisam. Ein Ort, an dem Wohnen und Pflege zusammenpassen. 

Nach der vertieften Prüfung sind im Zinklern rund 78 Pflegeplätze realisierbar – eine Größenordnung, die einen stabilen, wirtschaftlich rentablen Betrieb ermöglicht. Mit der Standortentscheidung ist der Startschuss für die Planungen für den Neubau am Standort „Im Zinklern“ und den Erwerb des Grundstücks gegeben. 

Kosten: eine erste Größenordnung 

Auf Basis der bisherigen Planung geht die Stiftung derzeit von einem Investitionsvolumen von rund 22 Millionen Euro für den Pflegeheimbau im Zinklern aus. Hinzu kommen etwa 6 Millionen Euro für Grundstück, Inventar und Außenanlagen. Nicht refinanzierbare, projektbezogene Sonderkosten – etwa für Finanzmanagement, Kommunikation und Umzugsorganisation – liegen nach heutigem Stand bei rund 3 Millionen Euro.  Insgesamt ergibt sich damit ein Grobkostenrahmen von 31 Millionen Euro. 

„Die Versorgung älterer Menschen ist für uns kein Geschäftsmodell, sondern unser Stiftungsauftrag und Herzensangelegenheit“, betont Joachim Spross, neuer Stiftungsdirektor der Heiliggeistspitalstiftung seit Oktober 2025. „Seit Jahrhunderten stehen wir für verlässliche soziale Infrastruktur für ältere und pflegebedürftige Menschen in Freiburg. Unser Anspruch ist es, Pflege entsprechend modernen fachlichen Standards, hoher Qualität und ethischer Verantwortung zu sichern.“ 

Ein Teil des Projekts könnte durch ergänzende Angebote mitgetragen werden, etwa durch „Wohnen mit Service“ oder ein Café, Service- und Begegnungsflächen.

Oberbürgermeister Martin Horn betont die soziale Verantwortung der Stadt und der kommunalen Stiftungen: „Gute Pflege ist Teil sozialer Gerechtigkeit. Angesichts der demografischen Entwicklung braucht Freiburg mehr und zeitgemäße Pflegeplätze – auch in unseren neuen Stadtteilen und Vierteln. Mit der neuen Einrichtung im Zinklern schaffen wir Strukturen, die Älterwerden in Freiburg möglich machen und Angebote, die auch in Zukunft verlässlich für die Menschen da sind.“ 

 

Ausblick: Zukunft der alten Stadthalle – Ideenwettbewerb beginnt dieses Jahr

Mit der Entscheidung der Stiftungsverwaltung für einen Neubau des Johannisheims im Zinklern ist zugleich Klarheit und Grundlage für die weitere Entwicklung und Nutzung der Alten Stadthalle geschaffen. 

Stadt und Stiftung haben die Option einer Integration des Pflegeheims in das denkmalgeschützte Gebäude in den vergangenen Monaten intensiv geprüft und hierbei unter anderem wichtige Fragen für eine Haus-in-Haus-Lösung beantwortet. Vertiefte Analysen zum Tragwerk, zum baulichen Zustand sowie zu den denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen schaffen nun eine fundierte Grundlage für die weiteren Planungen. Um die im öffentlichen Interesse liegende Option Johannisheim in der Alten Stadthalle zu ermöglichen, wurde das Objekt in dieser Zeit für die Stiftungsverwaltung reserviert. 

Für die Stadt ist mit der Entscheidung für den Standort Zinklern nun auch klar, dass die Alte Stadthalle auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse mit geklärten Voraussetzungen und Grundlagen in einen städtebaulichen und konzeptionellen Ideenwettbewerb gehen kann. Damit soll die Entwicklung dieser Schlüsselimmobilie gezielt weiter vorangebracht werden 

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Zinklern nun eine gut abgewogene, schnelle und wirtschaftlich tragfähige Lösung für das Johannisheim gefunden haben. Hiermit bleibt eine wichtige Pflege-Infrastruktur in Freiburg erhalten und wird modern aufgestellt. Der Neubau von Pflegeheimen ist für alle Träger eine Mammut-Aufgabe, weshalb es ein positives Zeichen ist, dass die Stiftungsverwaltung hier vorangeht“, so Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Martin Horn.

„Gleichzeitig haben wir wichtige Prüfungen der Stadthalle abgeschlossen: wir wissen heute genauer, welche Möglichkeiten das Gebäude bietet, was geht und was nicht. Damit sind die Rahmenbedingungen für einen Ideenwettbewerb gegeben, der nach einer Gemeinderatsbefassung im 2. Halbjahr 2026 starten soll.“

„Die Umnutzung der Alten Stadthalle bleibt eine anspruchsvolle, aber auch spannende Aufgabe – baulich wie wirtschaftlich“, erklärt Baubürgermeister Martin Haag. „So ein Projekt hat natürlich Chancen, aber auch Risiken, die wir aber mit den Untersuchungen der letzten Monate weiter eingrenzen können. Neues Wissen hilft uns enorm. Die Stadthalle ist ein markantes, für die jüngere Stadtgeschichte bedeutendes Gebäude in zentraler Lage mit großem Potenzial. Jetzt geht es darum, die richtigen Ideen dafür zu finden.“

In der zweiten Jahreshälfte 2026 wird die Verwaltung das weitere Vorgehen in den Gemeinderat einbringen, mit dem Ziel, einen offenen Ideenwettbewerb zu starten. Zudem sind Gespräche mit Bürgervereinen und weiteren lokalen Akteuren vorgesehen. Ziel ist es, innovative, nachhaltige und denkmalgerechte Lösungen zu entwickeln und interessierte Investoren sowie Projektentwickler für eine zukunftsfähige Nutzung der Alten Stadthalle zu gewinnen.

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