Mit AUFTAKT in Freiburg am Ball bleiben

Waisenhausstiftung, Heiliggeistspitalstiftung und Adelhausenstiftung

Von links nach rechts: Auszubildende Alltagsbetreuerinnen mit den Sozialpädagoginnen von AUFTAKT Fatou Drammeh, Mina Aid, Melat Tawlde, Annika Zaniuk, Carine Nopeya, Simone Heider, Imen Khlifi


Einen Beruf in der Altenhilfe erlernen und gleichzeitig durch eine intensive pädagogische Betreuung während der Ausbildung unterstützt und gestärkt werden – das ist das erfolgreiche Modell AUFTAKT der kommunalen Stiftungen in Freiburg. Die zweijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Alltagsbetreuung ermöglicht parallel außerdem noch den Hauptschulabschluss und richtet sich an Menschen, die durch ihre Biographie oder Lebenssituation einen erschwerten Zugang in den Arbeitsmarkt haben.

Gleich drei kommunale Stiftungen arbeiten hier im Verbund zusammen. So stellt die Waisenhausstiftung, die sich in der Kinder- und Jugendhilfe engagiert, für AUFTAKT vier Pädagoginnen zur Verfügung. Diese stehen als Ausbildungsbegleiterinnen den Auszubildenden mit Rat und Tat zur Seite. Sie ermuntern, motivieren, helfen bei Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen, unterstützen auch im privaten Alltag, bei Behördengängen, Arztbesuchen, beim Ausfüllen schwieriger Formulare oder auch mal bei einem Umzug. „Wir sind Mädchen für alles“, sagen die beiden Pädagoginnen Simone Heider und Annika Zaniuk. Sie sorgen dafür, dass die Auszubildenden am Ball bleiben. Dafür braucht es manchmal auch Kriseninterventionen und vor allem immer sehr viel Verständnis und Empathie für die Lebenslagen der einzelnen Auszubildenden. Denn diese sind durch ihre Biographien mit ganz individuellen Schwierigkeiten konfrontiert.

Für den betrieblichen Teil der Ausbildung steht die Heiliggeistspitalstiftung, die in ihren verschiedenen Einrichtungen der Altenhilfe das praktische Lernen ermöglicht. Die Adelhausenstiftung schließlich finanziert einen Teil der Ausbildung.

Biographien mit Hindernissen

Die Auszubildenden haben aus verschiedenen Gründen Mühe, beruflich Fuß zu fassen. Sie sind zwischen 16 und 52 Jahre alt, haben die Schule abgebrochen oder auch Fachabitur, manche haben psychische Erkrankungen oder sind mit privaten oder familiären Problemen konfrontiert, manche sind aus ihrem Heimatland geflohen. Für letztere bietet AUFTAKT zusätzliche Deutschkurse an. „Einige Azubis tragen ein schweres Päckchen auf ihren Schultern“, so Simone Heider.

„Wir können viel auffangen“

Jedes Schuljahr starten bis zu zehn Personen die Ausbildung. Die Hälfte etwa erreicht den Abschluss. Die Stiftung als Arbeitgeberin versucht alle zu motivieren und zu halten und sucht nach individuellen Lösungen. Der Stiftungsverbund erweist sich dabei als großer Vorteil, weil sich die Kolleg_innen kennen und auf kurzen Wegen eine Situation schnell besprechen und klären können. „Wir können viel auffangen“, so die Pädagoginnen. Berührend sind am Ende des Schuljahres die Abschlussfeiern. „Da gibt es viele Tränen und gleichzeitig viel Stolz, dass man es geschafft hat“, so die beiden Pädagoginnen. Das Erfolgserlebnis und die Wertschätzung sind für alle eine schöne und wichtige Erfahrung.

Ausbildung

Die Ausbildung zur Alltagbetreuer_in dauert zwei Jahre. Sie umfasst wöchentlich drei Tage Praxiseinsatz in einer der Pflegeeinrichtungen der Heiliggeistspitalstiftung und zwei Tage Schule. Ein Schulabschluss ist nicht Voraussetzung für den Ausbildungsbeginn, der Hauptschulabschluss kann mit Ausbildungsabschluss erworben werden.

 

Kontakt

Helmut Roemer
Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe der Waisenhausstiftung
Adelhauser Straße 33
79098 Freiburg

roemer.h(at)sv-fr.de
Tel.: 0761/ 2108-215