Sicherheit hat weiterhin Vorrang

Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in PflegeheimenSicherheit hat weiterhin Vorrang


Heiliggeistspitalstiftung ist besorgt über zu schnelle Öffnung

 

 

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat die Ausgangsbeschränkungen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen unter bestimmten Auflagen aufgehoben. Die Heiliggeistspitalstiftung öffnet nun behutsam - jedoch mit großer Sorge - ihre Einrichtungen, verbunden mit dem Appell, auch weiterhin physische Kontakte aus Sicherheitsgründen möglichst zu vermeiden. Die Stiftung ermöglicht mit verschiedenen Distanz-Angeboten der Kontaktaufnahme Seniorinnen und Senioren und ihren Angehörigen einen persönlichen Austausch.

 

Die siebte Verordnung der Landesregierung von Baden-Württemberg zur Änderung der Corona-Verordnung sieht seit Anfang Mai u. a. die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in Pflegeheimen vor. Bewohnerinnen und Bewohner können die Einrichtung verlassen und bis zu vier Personen unter bestimmten Auflagen treffen.

„Wir sind in einem Dilemma“, so Stiftungsdirektorin Marianne Haardt, „wir möchten den Seniorinnen und Senioren in unseren Pflegehäusern die Treffen ermöglichen, denn dieses soziale Leben mit ihren Angehörigen brauchen sie unbedingt. Aber damit steigt gleichzeitig das Risiko einer Infektion“. Die Heiliggeistspitalstiftung war Ende März in einem ihrer vier Pflegehäuser mit dem Virus SARS-COV-2 und damit zusammenhängenden Todesfällen konfrontiert. Sie konnte mit radikalen Quarantänemaßnahmen schließlich erfolgreich Infektionsketten durchbrechen und die Ausbreitung des Virus stoppen.

 

„Wir haben gesehen, welche Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie gut funktionieren und möchten auch weiterhin die alten und pflegebedürftigen Menschen, die sich uns anvertraut haben, schützen“, so die Stiftungsdirektorin, „die Lockerung sehen wir daher mit großer Skepsis und sind jetzt natürlich in Sorge, dass dadurch das Virus erneut in eines unserer Häuser eindringen kann“. Der Schutz der Menschen hat für die Heiliggeistspitalstiftung Priorität, „Sicherheit hat weiter für uns Vorrang“, so Marianne Haardt.

 

Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung können dazu führen, dass alte Menschen unter der Isolation leiden. „Wie gehen wir gegen die Vereinsamung vor? Diese Frage hat uns neben der Eindämmung der Infektionsverbreitung gleichermaßen stark beschäftigt“, so Marianne Haardt. „Wir riskieren mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkung, den aufgebauten Sicherheitsstandard zu verspielen“, so Haardt weiter, „es bedeutet für uns in den kommenden Monaten eine schwierige Abwägung, um hier eine gute Balance für die alten Menschen zu finden. Wir müssen sehr behutsam vorgehen“.

 

Verschiedene Angebote der Distanz-Begegnung

Die stationären Einrichtungen der Heiliggeistspitalstiftung stehen vor der Aufgabe, Kontakte sukzessive und vorsichtig zuzulassen. Die Stiftung hat für ihre vier Pflegehäuser unterschiedliche Varianten durchdacht, die zum einen den persönlichen Kontakt ermöglichen und zum anderen dem Infektionsschutz weiterhin Rechnung tragen. So sind etwa schon seit Ende April Begegnungen im Freien möglich. Durch organisierte Balkon-, Garten- oder Zaungespräche können persönliche, auf Abstand gehaltene Treffen stattfinden.

 

Auch Kontakte über Videotelefonie werden zunehmend bereitgestellt. „Hier schauen wir, dass wir Hardware, also zum Beispiel Tablets, in größerem Umfang erwerben, um digitale Begegnungen zu ermöglichen“, so die Stiftungsdirektorin. Auch Kontakte in einem Besucherzimmer sind denkbar, sofern dieses im jeweiligen Haus separat vom eigentlichen Wohnbereich bereitgestellt werden kann.

Die Kontaktformen hängen von den räumlichen Gegebenheiten des jeweiligen Pflegehauses ab und können daher nicht in allen vier Häusern gleichermaßen angeboten werden. Ein umfassendes Besuchsmanagement zur Risikominimierung wird derzeit erarbeitet.

Bei einer Sterbebegleitung werden Besuche von Angehörigen in den Zimmern bzw. auf den Wohnbereichen wie bisher auch ermöglicht. Konsequente Hygiene- und Distanzregeln sowie teilweise Schutzkleidung, die von der Stiftung zur Verfügung gestellt wird, sind hier unumgänglich.

 

 

 

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Fragen:

Yvonne Hügele

Referentin der Stiftungsdirektorin

Tel: 0761/2108-114

Mail: huegele.y@sv-fr.de