Heiliggeistspitalstiftung investiert in stationäre Pflege

Feierliche Eröffnung von Haus Heiliggeist

 


Das neue Pflegehaus an der Johanniterstraße als Nachfolgebau des ehemaligen Heiliggeiststiftes ist nach rund zweijähriger Bauphase bezugsfertig. Die Heiliggeistspitalstiftung investierte mit rund 17,3 Millionen Euro damit weiter in die stationäre Pflege und bietet im neuen Haus Heiliggeist insgesamt 71 attraktive Pflegezimmer in fünf Wohngruppen sowie acht Wohnungen mit Betreuung für Seniorinnen und Senioren. Im Beisein des neuen Oberbürgermeisters von Freiburg, Martin Horn, wurde das Pflegehaus feierlich eröffnet und eingeweiht.

„Freiburg kann stolz sein, eine der ältesten Stiftungen in Deutschland in der Stadt zu haben. Die Heiliggeistspitalstiftung ist eine verlässliche Trägerin der Altenhilfe, die sich kontinuierlich und seit langer Zeit dem Wohl alter Menschen widmet“, so der neue Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzende Martin Horn. Stiftungsdirektorin Marianne Haardt wies auf den zunehmenden Bedarf an Pflegeplätzen hin: „Wir als Stiftung bekennen uns mit dem neuen Haus Heiliggeist auch weiterhin zur stationären Pflege, die trotz der gestiegenen ambulanten Versorgungsmöglichkeiten nach wie vor dringend gebraucht wird“, betonte sie. Die Stadt Freiburg geht von einer steigenden Anzahl von pflegebedürftigen Menschen aus. In ihrer Pflegebedarfsprognose 2012-2020 prognostiziert sie für das Jahr 2020 rund 5.460 pflegebedürftige Menschen in der Stadt.

Eingebunden in den Stadtteil und einladende schöne Räume
Die Konzeption von Haus Heiliggeist sieht eine starke Verankerung im Stadtteil vor. „Das Pflegehaus ist ein offenes Haus, das sich in den Stadtteil Neuburg integrieren möchte, denn wir verstärken unsere sozialraumorientierte Arbeit durch viele Angebote“, so Marianne Haardt. „Uns ist es wichtig, dass pflegbedürftige Menschen sowie die Seniorinnen und Senioren im Betreuten Wohnen soziale Kontakte mit den Menschen des Stadtteils aufbauen und pflegen können“, so Hardt weiter. „Wir freuen uns auch, dass es uns gelungen ist“, so die Stiftungsdirektorin, „trotz Fachkräftemangel rechtzeitig zur Eröffnung genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden zu haben“. Die Heiliggeistspitalstiftung hatte in den vergangenen Monaten intensiv geworben. Dennoch sind noch weitere Stellen in Pflege und Hauswirtschaft zu besetzen.

Die feierliche Einweihung mit Schlüsselübergabe an die neue Einrichtungsleiterin Marika Oßwald sowie anschließende Segnung des Gebäudes durch Pfarrerin Christine Ritter und Pater Markus war zusammen mit einer musikalischen Umrahmung der Auftakt für informative Rundgänge durch das Pflegehaus. Die Großräumigkeit und großzügige Platzgestaltung sowie das herausragende Farbkonzept mit Farbspielen auf allen Etagen wurden, wie schon am Tag der offenen Türe im Juni, mit großer Begeisterung wahrgenommen.

 

Gemeinschaftliches Leben und individuelles Wohnen
Das neue Pflegehaus Heiliggeist wurde in hochwertiger Qualität erbaut und kann mit einer sehr guten Co2-Bilanz aufwarten. Es bietet 71 Pflegezimmer, die in fünf Wohngruppen aufgeteilt sind und damit sowohl ein gemeinschaftliches Zusammenleben als auch individuelles Wohnen gleichermaßen ermöglichen. Im vierten Geschoss stehen außerdem acht Wohnungen mit Betreuung für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung. Im Erdgeschoss bietet ein Veranstaltungsraum die Möglichkeit zur Begegnung. Insgesamt steht eine Nutz- und Verkehrsfläche von rund 5.600 qm zur Verfügung. Das barrierefreie Haus öffnet sich mit Foyer, Veranstaltungsraum und Außensitzflächen zur Johanniterstraße. Da sich an der Johanniterstraße weitere betreute Wohnanlagen der Stiftung befinden, ist hier nun ein großes Dienstleistungszentrum im Quartier entstanden.

 

Planungsgeschichte
Im November 2010 hatte der Stiftungsrat das Zukunftskonzept der stationären Altenhilfe und damit auch den Abbruch des nicht mehr sanierungsfähigen Heiliggeiststiftes beschlossen.

Da für das neue Haus nicht mehr die gesamte ursprüngliche Grundstücksfläche benötigt wurde, konnte die Stiftung die restliche Grundstücksfläche an der Deutschordensstraße vermarkten und damit ihre Investition refinanzieren. Das Grundstück wurde im Erbbaurecht an einen Investor vergeben, der derzeit auf dem Gelände Wohnungen erstellt.

Im Zuge eines bundesweiten Architektenwettbewerbes wurden insgesamt 14 Büros zur Teilnahme eingeladen. Der Wettbewerb umfasste sowohl den Neubau des Pflegehauses als auch einen Ideenwettbewerb für die Wohnbebauung auf dem Restgrundstück. Im Januar 2013 vergab das Preisgericht einstimmig den ersten Preis an die Arbeitsgemeinschaft Drei Architekten aus Stuttgart und Wolf Sedat Architekten aus Weikersheim, die mit ihrem Entwurf eines großzügig angelegten grünen Innenbereichs und dem Erhalt bestehender Bäume überzeugt hatten.

Im Dezember 2015 begann der Abbruch des alten Gebäudes. Ab April 2016 fanden parallel zum Baubeginn archäologische Grabungen durch das Landesdenkmalamt statt, die neue Erkenntnisse zur mittelalterlichen Siedlungsstruktur in Freiburg zu Tage förderten.

 

Ökologische Standards auf hohem Niveau
Der bisherige Nahwärmeversorgungs-Verbund, der das angrenzende Eugen-Keidel-Heim sowie das Karl Rahner Haus an der Habsburgerstraße mitversorgte, wurde erweitert. Nun werden sowohl das neue Haus Heiliggeist wie auch die neue Wohnbebauung auf dem Restgrundstück über den Energieträger Holz mit Wärme versorgt. Eine moderne Klimasteuerung trägt zu einer angenehmen Raumatmosphäre bei, im Sommer erfolgt durch Grundwasser eine Raumkühlung. „Wir haben eine wirklich sehr gute CO2-Bilanz sichergestellt“, so Peter Mölbert, Leiter des Baumanagements der Stiftungsverwaltung.

 

Die Altenhilfe der Heiliggeistspitalstiftung
400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heiliggeistspitalstiftung sowie 150 Ehrenamtliche betreuen täglich rund 1.000 ältere Menschen in Freiburg. Das Angebot der Heiliggeistspitalstiftung umfasst mehrere stationäre sowie ambulante Einrichtungen sowie viele Dienstleistungen für Seniorinnen und Senioren. Unter dem Motto „In Würde altern“ sorgt die Heiliggeistspitalstiftung für eine hohe Lebensqualität in ihren Einrichtungen.

 

Die Geschichte des Heiliggeiststifts

Seit dem 13. Jahrhundert befand sich das Heiliggeistspital am Münsterplatz, wo heute das Kaufhaus Breuninger steht. 1804 erfolgte der Umzug des Spitals in das ehemalige Klarissenkloster in der Gauchstraße, das im November 1944 von Bomben zerstört wurde. 1956 wurde das Bürgerspital als „Heiliggeiststift“ in der Deutschordensstraße wieder aufgebaut und 1959 eingeweiht. Das Gebäude erwies sich als nicht sanierungsfähig, Der Stiftungsrat beschloss daher im November 2010 Abriss und Neubau.

 

Das Bild zum kostenlosen Download mit Angabe der Bildautorin Margrit Müller zeigt von links nach rechts: 

Sitftungsdirektorin Marianne Haardt, Projektleiter Peter Mölbert, Hausleiterin Marika Oßwald, Oberbürgermeister Martin Horn.