Erfolgreiche Stiftungsarbeit für die Bürgerinnen und Bürger von Freiburg

Tätigkeitsbericht der Jahre 2017 und 2018 liegt vor


Der Tätigkeitsbericht der Jahre 2017 und 2018 dokumentiert die Arbeit der sechs kommunalen Stiftungen in Freiburg. Die Stiftungen unter dem Dach der Stiftungsverwaltung Freiburg bewegten zusammen ein jährliches Finanzvolumen von rund 67 Millionen Euro. Nicht zuletzt an dieser Zahl zeigt sich die große Bedeutung der kommunalen Stiftungen. Das Finanzvolumen liegt deutlich über dem Haushalt vieler Kreisstädte. Prägend im Berichtszeitraum war vor allem die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Pflegehauses Haus Heiliggeist im Stadtteil Neuburg. Seither betreibt die Heiliggeistspitalstiftung erstmals vier Pflegehäuser in Freiburg.

Die sechs kommunalen Stiftungen konnten in den Jahren 2017 und 2018 wieder zahlreiche Menschen, vor allem in der Altenhilfe sowie in der Kinder- und Jugendhilfe, unterstützen. „Gerade die schwächeren Menschen am Gemeinwesen teilhaben zu lassen, ist ein wichtiger Grundpfeiler der Freiburger Stiftungsarbeit, die eine teilweise jahrhundertealte Tradition hat und die wir erfolgreich weiterführen“, so die stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Birgit Woelki.

„Mit unseren beiden großen operativen Feldern erreichen wir viele Seniorinnen und Senioren sowie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die wir durch Pflegeleistungen, Betreuungsangebote, pädagogische Hilfestellungen, Bildungsangebote und durch finanzielle Zuwendungen unterstützen und dadurch in ihrem Alltag stärken“, so Stiftungsdirektorin Marianne Haardt. Vor allem in der Altenhilfe sieht sich die Heiliggeistspitalstiftung großen Herausforderungen gegenübergestellt, da der demographische Wandel, Fachkräftemangel und steigende Pflegekosten einen zunehmenden Ressourceneinsatz verlangen. „Wir haben Mut bewiesen in äußerst schwierigen Zeiten und setzen uns weiterhin für die stationäre Pflege ein. Wir stellen uns bewusst dieser Herausforderung und übernehmen Verantwortung für pflegebedürftige ältere Menschen in Freiburg. Damit handeln wir im Sinne unseres Stiftungsauftrages, der Seniorinnen und Senioren ein würdevolles und selbstbestimmtes Altern ermöglichen möchte“, so Marianne Haardt.

Rund 540 Beschäftigte aus insgesamt 31 Nationen engagieren sich täglich für die kommunalen Stiftungen. Damit sind die Stiftungen ein bedeutender Arbeitgeber sowie Wirtschaftsfaktor in Freiburg.

Die Arbeitsplatzsicherung durch eine sichere und angemessene Entlohnung lässt sich nicht über Zinseinnahmen aus dem Kapitalmarkt finanzieren. Umso wichtiger sind für die Stiftungen die gesicherten Erträge aus den Erbbauzinseinnahmen sowie Vermietungen und Verpachtungen ihrer Immobilien. Mit der großen Vermögensmasse aus teilweise denkmalgeschützten Gebäuden sowie Wald-, Wiesen- und Rebflächen und den damit zusammenhängenden Erbbaurechten sind die kommunalen Stiftungen ein Garant über die Jahrhunderte hinweg.

Nach wie vor sind rückläufige Zinserträge zu verzeichnen. Von 2016 auf 2017 erfolgte ein Rückgang um knapp 40 Prozent. „Für unsere gut aufgestellten kommunalen Stiftungen ergeben sich jedoch daraus keine existenziellen Belastungen, da rund 40 Prozent der Einnahmen aus Mieten und Erbbauzinsen entstehen“, so Marianne Haardt. Rund 1.800 Erbbaurechtsgrundstücke und   rund 1.000 Miet- und Pachtobjekte finanzieren einen Großteil der Stiftungsarbeit. Weitere 40 Prozent der Einnahmen werden aus den Entgelten der Dienstleistungen und Angebote der Altenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe generiert.

Im vergangenen Berichtszeitrum wurden die Grundlagen für die Umstellung auf die Doppik gelegt, um den Haushalt künftig noch besser und zielgerichteter steuern zu können.

Die jährlich wiederkehrenden Einnahmen und die fortdauernden Ausgaben (Personal- und Sachkosten u.ä.) aller sechs kommunalen Stiftungen beliefen sich im Jahr 2017 auf rd.  39,5 Millionen Euro. Davon entfielen rd. 16,3 Millionen auf Entgelte aus Pflege- und Betreuungsleistungen der Altenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Eine weitere bedeutende Einnahmequelle waren die Vermögenserträge. Hier konnten Einnahmen aus Erbbauzinsen und Mieten von rd. 15,2 Millionen Euro erzielt werden. Die übrigen Einnahmen von rd. 8,0 Millionen Euro resultierten im Wesentlichen aus Verkaufserlösen, Zuwendungen und Kostenerstattungen.

Die Personalkosten von rd. 16,4 Millionen Euro sind unverändert eine gewichtige Ausgabeposition für die Stiftungen und hatten einen Anteil von 41,6 % an den Gesamtausgaben. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rd. 18,9 %, bedingt durch tarifliche Anpassungen und Personalzuführungen um rd. 2,7 Millionen Euro.  Die Ausgaben für den laufenden Sachaufwand waren nahezu unverändert und betrugen rd. 10,3 Millionen Euro bzw. 26,1 % an den Gesamtausgaben. Die übrigen Ausgaben von rd. 12,8 Millionen Euro betrafen Zuweisungen und Zuschüsse, innere Verrechnungen sowie Zuführungen an die Vermögenshaushalte (für Investitionen u.ä.).    

 

Rückblick Altenhilfe der Heiliggeistspitalstiftung

Die über 760 Jahre alte Heiliggeistspitalstiftung intensivierte ihr Engagement in der Altenpflege. Im Juni 2018 eröffnete sie das Pflegehaus Haus Heiliggeist im Stadtteil Neuburg. Damit betreibt sie erstmals vier Pflegehäuser in Freiburg mit insgesamt 308 Pflegeplätzen. Die Investition von rund 17,3 Millionen Euro für den Neubau ist eine Positionierung für die stationäre Pflege. Das Haus Heiliggeist bietet 71 Pflegeplätze sowie acht Wohnungen mit Betreuung für Seniorinnen und Senioren. „Trotz des Fachkräftemangels haben wir uns als kommunale Stiftungen für ein weiteres Pflegehaus entschieden, um unserer besonderen Verantwortung gegenüber den älteren pflegebedürftigen Freiburger Bürgerinnen und Bürgern nachzukommen“, so Stiftungsdirektorin Marianne Haardt.

Im Zuge der gestiegenen Betreuungsanforderungen konnte die Heiliggeistspitalstiftung im vergangenen Jahr philippinisches Pflegepersonal gewinnen, das über die zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit sowie der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes „Triple Win“ vermittelt wurde. Mit einer zusätzlichen großangelegten Personalkampagne erweiterte die Stiftung insgesamt ihr Fachpersonal.

Im Berichtszeitraum konnte außerdem ein innovatives Demographie-Projekt abgeschlossen werden. Die Heiliggeistspitalstiftung erarbeitete eine künftige sozialraumorientierte Altenhilfe, um Seniorinnen und Senioren verstärkt darin zu unterstützen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können.

Mit vier Jubiläen in den Jahren 2017 und 2018 feierte die Stiftung zudem die langjährige Arbeit ihrer Einrichtungen, so unter anderem das 25-jährige Bestehen ihres Ambulanten Pflegedienstes. Durch die Jubiläen wurde einmal mehr die Beständigkeit und Verlässlichkeit der Stiftungseinrichtungen und ihrer Dienstleistungen deutlich. Egal ob Seniorenwohnanlage, Pflegehaus, Betreutes Wohnen oder Ambulanter Pflegedienst – Seniorinnen und Senioren sind in den Häusern der Heiliggeistspitalstiftung sehr gut aufgehoben und können sich auf eine exzellente fachliche Qualität sowie eine zugewandte und fürsorgliche Betreuung verlassen.

 

Rückblick Kinder- und Jugendhilfe der Waisenhausstiftung

Die Kinder- und Jugendhilfe feierte das 20-jährige Bestehen ihres erfolgreichen pädagogischen Modells ‚Schubs‘, das schulisches Lernen mit dem praktischen Leben verknüpft. Damit bietet die Waisenhausstiftung individuelle Fördermöglichkeiten für Jungen und Mädchen, die mit dem Unterricht an Regelschulen nicht zurechtkommen. ‚Schubs‘ ist im Lauf der Jahre zu einem unverzichtbaren Baustein der schulischen Infrastruktur in Freiburg geworden.

Die Stiftung hat im Berichtszeitraum ihren traditionsreichen Heilpädagogischen Hort am Sandfangweg geschlossen. Mit der Schließung fand gleichzeitig ein Neustart an drei Freiburger Schulen statt. Nun bietet die Waisenhausstiftung ihre heilpädagogische Förderung direkt vor Ort in den Schulen für rund 36 Kinder an.

Durch die deutliche Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen erweiterte die Waisenhausstiftung außerdem ihre pädagogischen und therapeutischen Angebote in den vergangenen beiden Jahren. Insbesondere intensivierte sie ihre Zusammenarbeit mit psychiatrischen Kliniken sowie Konsiliarpsychiaterinnen und -psychiatern.

 

Rückblick Adelhausenstiftung und Dr.-Leo-Ricker-Stiftung

Die Adelhausenstiftung ist vor allem fördernd in Freiburg tätig. Mit ihrem Stipendienprogramm und Zuschüssen unterstützt sie katholische Studentinnen und Schülerinnen sowie die Bildung von Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern.

Im Berichtszeitraum nahm sie 36 neue Stipendiatinnen von drei Freiburger Hochschulen in ihr Förderprogramm auf und erhöhte hier ihre jährliche Fördersumme auf insgesamt 190.000 Euro. Zusammen mit der Dr.-Leo-Ricker-Stiftung wurden insgesamt 56 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert. Die jährliche Fördersumme belief sich insgesamt auf 300.000 Euro.

Durch ihren umfangreichen und teilweise äußerst kostbaren Kunst- und Immobilienbesitz ist die Adelhausenstiftung im Wesentlichen zu Instandsetzungen, Sanierungen und Restaurierungen verpflichtet. So schloss sie die Restaurierung der historischen Welteorgel im Adelhauser Kloster ab und eröffnete mit der Einweihung der Orgel zugleich ihre beliebte Konzertreihe „Orgel-Welten“. Zudem stellte sie im Wentzingerhaus die wechselvolle Geschichte des Klosters Adelhausen aus.

 

Rückblick Franz-Xaver- und Emma-Seiler-Stiftung und Michael-Denzlinger-Stiftung

Die Franz-Xaver- und Emma-Seiler-Stiftung ist in der Bildungsförderung tätig. Sie unterstützte Jugendliche auf Ihrem Weg in einen handwerklichen Beruf.

Die Michael-Denzlinger-Stiftung engagiert sich in der Altenhilfe in Freiburg-Hochdorf. Sie feierte zudem das zehnjährige Bestehen ihres Seniorentreffs.

 

Kontakt: Marianne Haardt, Stiftungsdirektorin
Tel: 0761 / 2108-111
E-Mail: direktion@sv-fr.de

Tätigkeitsbericht 2017/18

Foto: Luftbild Adelhauser Kloster