Gebildete Frauen im Kloster

Museum für Stadtgeschichte lädt dazu ein, ins Leben der mittelalterlichen „buochmeisterinne“ einzutauchen

Buochmeisterinnen, Adelhausen, Stiftungsverwaltung

Das Museum für Stadtgeschichte öffnet am Dienstag, 16. März, wieder seine Türen und empfängt seine Gäste pünktlich zum Start mit der neuen Ausstellung „buochmeisterinne – Handschriften und Frühdrucke aus dem Freiburger Dominikanerinnenkloster Adelhausen“.

Der ursprünglich geplante Starttermin von Samstag, 13. März, verschiebt sich damit nur um wenige Tage. Zu sehen ist die Schau bis Sonntag, 13. Juni.  

 

Gebildete Frauen sind nicht unsere erste Assoziation, wenn wir ans Mittelalter denken. Doch im Mikrokosmos Kloster gab es sie – auch in Freiburg. Hinter den Mauern eines Konvents eröffnete sich den Ordensschwestern eine Welt der Bildung und der Bücher. Die Ausstellung lädt dazu ein, in das Leben und Lesen, Forschen und Arbeiten der mittelalterlichen Klosterfrauen einzutauchen. Sie ist aus Lehrveranstaltungen der Universität Freiburg hervorgegangen.

„Buochmeisterin“, so nannte man jene Schwester, die für die Anschaffung, Aufbewahrung und Ausleihe der Bücher zuständig war. Auch in den Dominikanerinnenklöstern Freiburgs spielten Bücher eine zentrale Rolle bei Erziehung und religiöser Bildung, Liturgie und Verwaltung. Sie waren aus dem Leben der Frauen nicht wegzudenken – ob Bibliothekarin oder Tischleserin, Sängerin im Chor oder in der persönlichen Andacht. Die Frauen im Kloster waren auf vielfältige Weise „Buchmeisterinnen“.

Die Ausstellung zeigt Handschriften und Drucke aus dem Besitz der Freiburger Dominikanerinnen - darunter auch deren vornehmstes Kloster: der im 13. Jahrhundert gegründete Konvent von Adelhausen. Einige Arbeiten kehren für die Dauer der Ausstellung zum ersten Mal wieder an ihren Ursprungsort zurück. Die meisten Objekte stammen aus den städtischen Sammlungen und der Adelhausenstiftung Freiburg, die bis heute das Erbe der Dominikanerinnen bewahrt, die sich im 17./18. Jahrhundert im Adelhauser Neukloster vereinigten. Zu sehen sind aber auch Leihgaben aus dem Stadtarchiv Freiburg, der Universitätsbibliothek Freiburg, der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe sowie der Stadtbibliothek Colmar und der Zentralbibliothek Zürich.

Kuratoren der Ausstellung sind Balázs J. Nemes, Akademischer Rat, und Martina Backes, Professorin, beide am Deutschen Seminar, Abteilung Germanistische Mediävistik, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig. Die Adelhausenstiftung Freiburg fördert die Schau maßgeblich. Weitere Projektpartner sind die Universitätsbibliothek Freiburg und der Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik an der Universität Oxford (Professorin Henrike Lähnemann). Die Ausstellung ist ein Beitrag zum Stadtjubiläum 2020/2021.

 

Das Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30, ist vorerst ab Dienstag, 16. März, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, Mitglieder des Freundeskreises Augustinermuseum und mit Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei.

Der Besuch ist aktuell nur mit Voranmeldung möglich. Zeittickets können ab Montag, 15. März, unter www.freiburg.de/museen-tickets online gebucht werden. Alternativ nimmt das Museum ab Dienstag auch telefonische Anmeldungen unter der 0761 / 201-2515 entgegen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.freiburg.de/buochmeisterinne und unter www.2020.freiburg.de.