09.11.2025
Seit 2015 organisiert Helmut Roemer, Fachbereichsleiter der Kinder- und Jugendhilfe, diese besonderen Nachmittage – in einem würdevollen, herzlichen Rahmen mit Kaffee, Kuchen, Gesprächen und Begegnungen. Viele der Teilnehmenden kommen seit Jahren, manche reisen von weit her an. Sie erzählen, was sie bewegt, erinnern sich gemeinsam – und erleben, dass ihre Lebensgeschichten gehört und wertgeschätzt werden.
Auszubildende und Studierende aus den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wirken bei der festlichen Gestaltung der Veranstaltung mit und lernen in Gesprächen Heimerziehung aus einer ganz anderen Epoche kennen. Die Ehemaligen wiederum interessiert natürlich, wie heute das Leben in den Wohngruppen der Waisenhausstiftung funktioniert.
Immer dabei ist auch Dirk Schindelbeck. Er ist der Autor der beiden Dokumentationen über das Waisenhaus Günterstal. Er hat seit 2012 Gespräche mit über hundert Ehemaligen geführt.
Das Treffen ist Teil einer Haltung, die die Waisenhausstiftung seit vielen Jahren prägt: Offen über die eigene Geschichte zu sprechen, Verantwortung zu übernehmen und daraus zu lernen.
Die Waisenhauschronik – eine zweibändige 2013 und 2014 erschienene, 600 Seiten starke Dokumentation mit 70 Lebensgeschichten – hat diesen Prozess angestoßen. Sie gilt heute bundesweit als beispielhafte Aufarbeitung der Heimerziehung.
Bis heute ist das Ehemaligentreffen Ausdruck dieser wertschätzenden Erinnerungskultur. Es zeigt, wie Begegnung, Zuhören und Achtung Vergangenheit und Gegenwart verbinden – und wie aus alten Geschichten neue Stärke entsteht.
Helmut Roemer und das Team der Kinder- und Jugendhilfe schaffen mit dieser Tradition einen Raum für Vertrauen, Gemeinschaft und Würde.
Denn auch das ist Teil des Auftrags der Stiftungen: Menschen miteinander in Beziehung zu bringen – über Generationen hinweg.
Fachbereichsleitung Kinder- und Jugendhilfe