22.01.2026
Manche Studierende gehen nach der Vorlesung nicht in die Mensa, sondern direkt zur nächsten Schicht. Andere sitzen abends am Schreibtisch, das Skript neben dem Taschenrechner: Reicht es diesen Monat für die Miete – und für das Seminarbuch? Genau in solchen Wochen macht ein Stipendium den Unterschied.
Am Donnerstag, 22. Januar 2026, vergeben die Adelhausenstiftung und die Dr.-Leo-Ricker-Stiftung erneut ihre Stipendien an Studierende und Promovierende der Freiburger Hochschulen. In diesem Jahr umfasst das Programm 62 Stipendiatinnen und Stipendiaten, 35 von ihnen starten neu. Beide Programme zusammen umfassen rund 300.000 Euro Fördervolumen. Das Stipendium kann bis zu 500 Euro im Monat betragen und läuft maximal 24 Monate.
Die Vergabe findet um 14 Uhr im Refektorium des Adelhauser Klosters statt und sie ist bewusst mehr als ein formeller Akt. Es ist ein Moment, an dem sichtbar wird, was ein Stipendium bewirken kann – im Alltag und darüber hinaus.
Mit dabei sind unter anderem Stiftungsdirektor Joachim Spross sowie Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen, darunter Frau Prof. Dr. Engler (Evangelische Hochschule Freiburg), Herr Prof. Sischka (Hochschule für Musik Freiburg) und Frau Weiß (Universität Freiburg). Ebenfalls eingeladen: Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte – und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten, die den Staffelstab weitergeben.
Das Programm richtet sich an Studierende, die leistungsstark sind, finanziell Unterstützung benötigen und sich sozial engagieren. Es hilft nicht nur finanziell, sondern verschafft Freiräume.
Das erlebt auch Mathea, eine der neuen Stipendiatinnen. Sie studiert ab dem Frühjahr 2026 Soziale Arbeit im Masterstudiengang. Nach ihrem Studium möchte Sie in einer Beratungsstelle arbeiten, am liebsten in einem mit Fokus auf Frauenberatung. Sie erzählt offen wie eng es manchmal finanziell bei ihr ist: "Man lebt ja nicht von der Luft“ und sie beschreibt, was sich gerade erst anbahnt: „Ich bin gerade einfach erleichtert. Ich habe ein Back-up.“
Ab dem kommenden Jahr beginnt sie zusätzlich zu ihrem Studium eine Ausbildung zur Peer-Beraterin beim Arbeitskreis Leben Freiburg. „Durch das Stipendium werde ich viel mehr Kapazitäten für das Studium und ein Ehrenamt haben. Studieren und arbeiten – das ist manchmal viel. Das Stipendium öffnet mir eine Tür, um Ideen wirklich umzusetzen.“
Viele der Geförderten sind die Ersten in ihrer Familie an einer Hochschule. Mathea erzählt: Ihr Vater ist selbstständiger Handwerker, die Mutter Krankenschwester. Akademische Selbstverständlichkeiten gab es bei ihr zu Hause nicht und deshalb hat sie früh gelernt, Dinge zu übersetzen – aus Uni-Sprache in Alltagssprache. „Diese hochgestochene Sprache ist manchmal ein Klassending. Für mich ist wichtig, Dinge so erklären zu können, dass Menschen sie verstehen.“
Auch Rita Leusch, die das Programm koordiniert, sagt, warum ihr das Format wichtig ist: „Ich finde die Stipendienprogramme toll, weil wir junge, talentierte Menschen nahbar begleiten und Unterstützung anbieten. Ich bin überzeugt: Aus dem Miteinander im Stipendienprogramm entsteht neue Energie – und daraus kann sich viel potenzieren und entwickeln.“
Am 22. Januar wird man wieder sehen: Wer heute Unterstützung bekommt, steht morgen oft selbst da – mit einem Abschluss, mit einem Beruf, mit einer Stimme.
Stiftungsverwaltung Freiburg
Stipendien
Adelhauser Straße 33
79098 Freiburg