Vom Armeninstitut zu einem großen sozialen Träger Freiburgs

Historische Aufnahme der Adelhauser Kirche. Heute befindet sich der Sitz der Stiftungsverwaltung Freiburg im denkmalgeschützten Adelhauser Kloster, das 2009-2013 saniert wurde.

Schon im 15. und 16. Jahrhundert hat es Versuche gegeben, das Armenwesen in der Stadt Freiburg zu bündeln. Bettlerverordnungen wurden erlassen. Die erste stammt aus dem Jahre 1517, später verwalteten sogenannte ,,Opferpfleger" die Almosen der reichen Bürger der Stadt. Nach der Säkularisierung der Klöster wurden schließlich auf breiterer Basis Armenanstalten errichtet, doch erst um 1800 gelang es dem städtischen Archivar Ferdinand Weiß, das Armenwesen in Freiburg völlig neu zu organisieren. Er vereinigte die einzelnen Stiftungen, zu diesem Zeitpunkt über 100, in einer Verwaltung: Die Idee der "Allgemeinen Stiftungsverwaltung" war geboren. Zwar bestanden die verschiedenen Stiftungen nach wie vor und ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit blieb unangetastet. Aber die Verwendung der einzelnen Mittel wurde, ihrem Stiftungszweck entsprechend, von nun an durch diese Stiftungsverwaltung organisiert.

Überleben durch Grundbesitz

Ferdinand Weiß, der Gründer der Stiftungsverwaltung Freiburg, starb 1822. Im Laufe der Jahre veränderte sich das Armenwesen in der Stadt. Mit der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung und damit auch die Not. Bis 1930 wurden von der "Allgemeinen Stiftungsverwaltung" 86 Einzelstiftungen  betreut, die im Laufe der Zeit allerdings immer mehr konzentriert wurden. Die Währungsreformen taten ihr übriges, so dass nur die Stiftungen fortbestehen konnten, die über Grundbesitz verfügten

Einer der größten Träger sozialer Einrichtungen in Freiburg

Heute zählen zur Stiftungsverwaltung Freiburg nur noch sechs kommunale Stiftungen. Mit den Einrichtungen und Programmen in der Alten-, Kinder- und Jugendhilfe sowie mit der Promotions- und Ausbildungsförderung zählt die Stiftungsverwaltung zu den größten Trägern sozialer Einrichtungen und Fördermaßnahmen in Freiburg. Die Stiftungen beschäftigen insgesamt ca. 500 Mitarbeitende.