Engagement für Jugendliche im Handwerk

Die Stiftung wurde 1975 gegründet und unterstützt Jugendliche, die einen handwerklichen Beruf ergreifen wollen. Sie ist ausschließlich fördernd tätig.

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Franz-Xaver Seiler
Emma Seiler

Wer kennt es nicht, das Märchen vom Tellerwäscher, der auszog, sein Glück zu machen, und der eines schönen Tages als Millionär zurückkehrt? Zumindest bei Franz-Xaver Seiler ist dieses Märchen Wirklichkeit geworden. 1870 geboren, durchlebt er eine Kindheit in Armut und wurde mit 13 Jahren bereits Vollwaise. Als Jugendlicher wanderte er 1887 nach Amerika aus, wo er mehr Zukunft sah als in dem kleinen Dorf seiner Kindheit in der March. Und eben wie im Märchen, kam Franz-Xaver Seiler 1898 als gelernter Metzger und gemachter Mann in den Breisgau zurück und kaufte ein Geschäft in der Herrenstraße 55. Dieses lief so gut, daß er Großhändler für die anderen Freiburger Metzgereien wurde, später zudem Viehhändler. 1908 wanderten Franz-Xaver Seiler und seine Frau Emma Theresia geborene Hamm erneut aus, diesmal nach Südafrika. Die beiden kauften auch dort eine Metzgerei, dazu ein Hotel und eine Bar. Als Geldanlage erwarben sie in den 1920er Jahren den Freiburger "Friedrichsbau", einschließlich der Kammerlichtspiele im Erdgeschoß und dem Konzertcafe im Obergeschoß.

Das Ehepaar Seiler in Südafrika - hier machten sie einen großen Teil ihres Vermögens.
Die Ehe der Seilers ist kinderlos geblieben - ihr Erbe ging in ihre Stiftung ein.

1949 kehrte das Ehepaar Seiler endgültig nach Freiburg zurück und bezog ein Haus in der Mercystraße. 1960 starb Franz-Xaver Seiler, seine Frau Emma 13 Jahre später. Die beiden waren kinderlos geblieben, und sie bestimmten, ihre eigene Geschichte noch deutlich vor Augen, dass ihr Vermögen fortan "für die Aus- und Fortbildung charakterlich einwandfreier und unterstützungsbedürftiger Vollwaisen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zu einem handwerklichen Beruf zu verwenden" sei.

Die Mittel für diese Stiftung stammen aus den Erträgen des Friedrichsbaus.

Engagement für die Jungendberufshilfe 

Die Erträge, die aus der Verwaltung und Vermietung des Friedrichsbaus erwirtschaftet werden, fließen heute in die Jugendberufshilfe, die sich an beruflichen Schulen in Freiburg engagiert.