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"Salus pauperum suprema lex", das Wohl der Armen ist oberstes Gesetz
Die Gründung Freiburgs datiert, wie allgemein bekannt, in das Jahr 1120. Innerhalb kurzer Zeit wuchs der Marktflecken zu einer ansehnlichen Stadt heran - mit all den Problemen, die der rasche Zuwachs an Neubürgern mit sich brachte. Schnell war in der Stadt kein Platz mehr für die großen Familienverbände, in denen früher für die Alten und Kranken gesorgt worden war. Wohlhabende Bürger finanzierten aus Mitleid, Verantwortungsgefühl oder im Bemühen um das eigene Seelenheil mit ihren Spenden eine Art öffentliche Fürsorge, die an die Stelle der privaten Pflege trat. In Freiburg entstanden solche bürgerschaftlichen Einrichtungen schon sehr früh.
Im mittelalterlichen Heiliggeistspital kamen im Laufe der Zeit immer mehr Pfründner dazu, vermögende Senioren in heutigem Sprachgebrauch, die sich hier betreuen ließen und dem Spital im Gegenzug als Bezahlung ihre Güter übertrugen. Auf diese Weise kam das Heiliggeistspital mit der Zeit zu beträchtlichem Besitz: Häuser, Ländereien, Weinberge, Wiesen, ganze Dörfer. Vor allem bei den reicheren Bürgern erfreute sich die Einrichtung rasch wachsender Beliebtheit, und die Pfründe erwiesen sich bald als unverzichtbarer finanzieller Bestandteil für den Unterhalt des Heiliggeistspitals mit der Folge, dass die Gebühren immer höher wurden. Die Armen blieben mit der Zeit außen vor, und ein eigenes Armenspital war die Konsequenz.
Später folgten ein Siechen- und Findelhaus, dessen Geschichte so wechselhaft wie die der Stadt selbst verlief: Unter französischer Herrschaft von Vauban abgerissen, später unter den Österreichern wieder aufgebaut und wenige Jahre danach bei der französischen Belagerung erneut gesprengt.
Zwei besonders bedeutende Freiburger Stifter, Katharina Egg und Johann Christian Wentzinger ermöglichten schließlich im 18. Jahrhundert den Kauf eines Gebäudes in der Herrenstraße, in dem ein ,,modernes" Krankenhaus entstand. Später zog man noch einmal um. 1829 wurde ein neues Spital an der Albertstraße eingerichtet, der Vorläufer der heutigen Universitätskliniken. Das Heiliggeistspital selbst kam nach der Aufgabe des Gebäudes am Münsterplatz 1803 im ehemaligen Clarissenkloster an der Merianstraße unter, das aber ebenfalls 1944 zerstört wurde.
Bis 1973 erinnerte das ,,Domhotel zum Geist" am Freiburger Münsterplatz an die Frühzeit des ersten Heiliggeistspitals. Heute steht an dieser Stelle ein Kaufhaus. Die Nachfolgeeinrichtung des Heiliggeistspitals, das ,,Heiliggeiststift", ist seit 1957 in der Deutschordensstraße in Herdern untergebracht und dient wie alle anderen Einrichtungen der Heiliggeistspitalstiftung auch noch nach fast 800 Jahren dem Stiftungszweck: ,,Die Heiliggeistspitalstiftung errichtet Alters- und Pflegeheime, um den alten und gebrechlichen Personen, und zwar im besonderen Maße den bedürftigen Einwohnern der Stadt Freiburg, einen ruhigen und unbesorgten Lebensabend zu ermöglichen."
Die erste Erwähnung eines Hospitals findet sich in einer Schrift aus dem Jahre 1146. Entscheidend aber für die Entwicklung des städtischen Fürsorgewesens ist das Heiliggeistspital, das erstmals 1255 urkundlich erwähnt wird und das, in veränderter Form versteht sich, noch heute existiert. Ursprünglich lag es in der Gegend von Münsterplatz und heutiger Kaiser-Joseph-Straße.
Die Satzung der Stiftung zum Download











