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Der Stifter Dr. Leo Ricker wurde am 02. Oktober 1885 als Sohn des Buchhändlers und Verlegers Karl Ricker und dessen Frau Marie von Schilder-Schuldner im russischen St. Petersburg geboren. Beide Elternteile waren Einwanderer, väterlicherseits stammte die Familie aus dem Rheinland, die Mutter kam aus Livland (Baltikum). Nach dem frühen Tod Karl Rickers liess sich die Mutter mit ihrem Sohn Leo Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Freiburg nieder.
Leo Ricker studierte Philosophie, Philologie und Geschichte an den Universitäten Lausanne, Berlin, Göttingen, Heidelberg und Freiburg. 1916 promovierte er in Freiburg, ein anschliessendes Volkswirtschaftsstudium beendete er als Diplom-Volkswirt. Vermögend und unabhängig, konnte sich Leo Ricker ganz auf sein Hobby konzentrieren: Freiburg in der Geschichte, Freiburg und Kunst, Freiburg und die Gegenwart. An Volkshochschule und Universität hielt er Vorträge über „seine Stadt", verfasste Studien über den Barockbaumeister Peter Thumb, beschäftigte sich mit den Werken von Wilhelm Busch und betrieb mit besonderer Vorliebe „studentenhistorische" Forschungen. Besonders zugetan blieb der überzeugte Corpsstudent den organisierten Studierenden. Einigen Verbindungen vermachte er nach seinem Tod 1969 einen Teil seines Vermögens.
Ein anderer, wesentlicher Teil, wurde von ihm für die Errichtung der Dr.-Leo-Ricker-Stiftung bestimmt, die, unabhängig von weltanschaulichen Vorgaben, der Unterstützung „wenig bemittelter Studenten und Doktoranden der Universität Freiburg, die sich durch besonderen Studienfleiss auszeichnen", dient. Über 250 Studierende und Doktoranden wurden seit 1970 durch diese Stipendien gefördert. Ganz im Sinne des grossherzigen Stifters, der, so ein Nachruf, „unabhängig, freiheitlich und von zutiefst humaner Gesinnung" war.
Die Satzung der Stiftung zum Download








