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Wer kennt es nicht, das Märchen vom Tellerwäscher, der auszog, sein Glück zu machen, und der dann eines schönen Tages tatsächlich als Millionär zurückkehrt? Zumindest bei Franz-Xaver Seiler ist dieses Märchen Wirklichkeit geworden. 1870 geboren, durchlebt er eine Kindheit in Armut und wurde mit 13 Jahren bereits Vollwaise. Als Jugendlicher wanderte er 1887 nach Amerika aus, wo er mehr Zukunft sah als in dem kleinen Dorf seiner Kindheit in der March. Und eben wie im Märchen, kam Franz-Xaver Seiler 1898 als gelernter Metzger und gemachter Mann in den Breisgau zurück und kaufte ein Geschäft in der Herrenstraße 55. Dieses lief gut, so gut, daß er Großhändler für die anderen Freiburger Metzgereien wurde, später zudem Viehhändler. 1908 wanderten Franz-Xaver Seiler und seine Frau Emma Theresia Hamm erneut aus, diesmal nach Südafrika. Die beiden kauften auch dort eine Metzgerei, des Weiteren ein Hotel und eine Bar. Als Geldanlage erwarben sie in den 20er Jahren den Freiburger "Friedrichsbau", einschließlich der Kammerlichtspiele im Erdgeschoß und dem Konzertcafe im Obergeschoß.
1949 kehrte das Ehepaar Seiler endgültig nach Freiburg i.Br. zurück und bezog ein Haus in der Mercystraße. 1960 starb Franz-Xaver Seiler, seine Frau Emma 13 Jahre später. Die beiden waren kinderlos geblieben, und sie bestimmten, ihre eigene Geschichte noch deutlich vor Augen, daß ihr Vermögen fortan "für die Aus- und Fortbildung charakterlich einwandfreier und unterstützungsbedürftiger Vollwaisen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zu einem handwerklichen Beruf zu verwenden" sei.
Die Erträge, die aus der Verwaltung und Vermietung des Friedrichsbaus erwirtschaftet werden, fließen heute vorrangig in Projekte für Jugendliche mit besonderen schulischen oder sozialen Schwierigkeiten, etwa Kinder ohne Schulabschluß, mit Sprachproblemen oder aus Familien, die ihren Töchtern oder Söhnen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht angemessen helfen können. So verschieden die Ausgangsschwierigkeiten auch sein mögen, gemeinsam ist allen Teilnehmern an den Projekten der Seiler-Stiftung, daß sie eine handwerkliche Berufsausbildung anstreben, aber ohne kompetente Hilfe wohl kaum eine Chance hätten, dieses Ziel zu erreichen.
Ein Beispiel hierfür ist die Fördergesellschaft für ausbildungsbegleitende Hilfen mbH, eine Gesellschaft der Handwerkskammer Freiburg i.Br., die durch die Franz-Xaver- und Emma-Seiler-Stiftung Freiburg i.Br. unterstützt wird.
Die Satzung der Stiftung zum Download









