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Armenfonds schüttet 2010 Fördergelder von 76.700 Euro aus
Kommunale Waisenhausstiftung unterstützt damit bedürftige Menschen und soziale Projekte in Freiburg
Freiburg – Ein Armenfonds für Freiburg? - „Wer weiß, vielleicht ist der Armenfonds der Waisenhausstiftung heute wichtiger denn je“, meint Lothar A. Böhler, Stiftungsdirektor der kommunalen Stiftungen in Freiburg. In enger Abstimmung mit der Stadt verteilt der Armenfonds der Waisenhausstiftung jedes Jahr Fördergelder für soziale Projekte und Angebote, die finanziell benachteiligte Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, unterstützen. „Insgesamt kann der Armenfonds aus seinen Erträgen im kommenden Jahr 76.700 Euro ausschütten,“ freut sich Stiftungsdirektor Böhler. Davon gehen 15.000 Euro - über das Sozialamt - direkt an bedürftige Freiburgerinnen und Freiburger - wie bereits in den mittelalterlichen Zeiten der Almosen.
Hinter diesen Einzelfallhilfen, die im Durchschnitt bei rund 150 Euro liegen und 2009 zwischen 17,34 Euro und knapp 400 Euro betrugen, verbergen sich beispielsweise Zuzahlungen bei Brillen, Zahnersatz oder Medikamenten. Das Sozial- und Jugendamt vermittelt dieses Geld an bedürftige Bürgerinnen und Bürger. Dessen rechtlichen Möglichkeiten seien oft eingeschränkt. „Mit Geld aus dem Armenfonds kann man unbürokratisch helfen“, erläutert Stiftungsdirektor Böhler.
Doch auch die Förderung sozialer Projekte werde aufgrund der allgemeinen Kürzungen auf Seiten der Stadt und des Landes immer wichtiger. 22 Projekte fördert der Armenfonds 2010– mit Beträgen zwischen 1000 und 10000 Euro. „Auch hier kommt das Geld bedürftigen Menschen direkt zu Gute“, betont Stiftungsdirektor Böhler – entweder, indem es dazu beiträgt, dass diese kulturelle oder Freizeitangebote überhaupt in Anspruch nehmen können oder indem es sie direkt in ihrer Notlage unterstützt.
Das Spektrum der geförderten Projekte ist deshalb sehr breit. Es reicht von einer musikalischen Früherziehung der Jazz- und Rockschule direkt im Kindergarten über ein Vorbeugungsprojekt von Wendepunkt e.V. mit sexuell grenzverletzenden Jungen bis 14 Jahre und die Unterstützung von ANKER, einer Gruppe für Kinder psychisch kranker – und in diesem Fall auch einkommensschwacher – Eltern bis hin zu Ausbildungsprojekten für obdachlose Frauen und individuelle Hilfen für Süchtige, die im Kontaktladen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hilfe suchen.
Das Nachbarschaftswerk e.V., beispielsweise, erhält 3800 Euro für zwei Projekte: ein Anti-Gewalt-Training für verhaltensauffällige, aggressive Mädchen und das Patenschaftsprojekt „miteinander“. Hier übernehmen Erwachsene das Ehrenamt des sozialen Paten oder der Patin eines benachteiligten Kindes oder Jugendlichen zwischen 4 und 16 Jahren. Das kann ein Kind mit vielen Geschwistern oder einem chronisch kranken Geschwisterkind sein, dem konzentrierte Aufmerksamkeit gut tut, oder ein Jugendlicher, dessen Eltern ihm aufgrund fehlender eigener Bildung oder Sprachkenntnisse keine Hilfe sein können, um sich schulisch mit Selbstvertrauen zu festigen.
Die AIDS-Hilfe wird 2010 5000 Euro zur Verfügung haben, um HIV-infizierten Menschen zu helfen. Diese sind oft chronisch und auch mehrfach erkrankt, tragen hohe Kosten und können kaum arbeiten. Darüber hinaus unterstützt der Armenfonds 2010:
• die Pflasterstub für Wohnungslose der Caritas
• Gesundheitsbildung für Frauen über 60 Jahre des Frauen & Mädchen Gesundheitszentrum Freiburg
• die Teilnahme von Kindern aus finanziell schwach gestellten Familien an den Angeboten des Kunzenhofs in Littenweiler, des Waldhauses, an besonderen Freizeiten des Heilpädagogischen Horts Weingarten und der Summerschool des Rotteckgymnasiums
• die Ausbildung so genannter Seniorpartner in School des gleichnamigen Vereins als hilfreiche Mediatoren im Schulalltag
• ein Vorbeuge-Gemeinschaftsprojekt des Jugendzentrums „Letz Fetz“ mit Siebtklässlern der Hebelschule
• die intensive Betreuung von Kindern aus so genannten Hochrisikofamilien (Heilpädagogischer Hort am Seepark) und spezielle Angebote für Kinder aus Zuwanderungsfamilien (Heilpädagogischer Hort der Waisenhausstiftung am Sandfangweg)
• den Welttag Seelische Gesundheit in Freiburg
• die Unterstützung hilfebedürftiger Menschen bei der Entrümpelung oder Renovierung ihrer Wohnung durch Brotzeit e.V.
Die Waisenhausstiftung widmet sich seit 1376 vorrangig der Hilfe für Kinder und Jugendliche. Der Fonds zur Armenhilfe aus freiwilligen Beiträgen der Bürgerschaft lässt sich ebenfalls bereits im 14. Jahrhundert nachweisen. Zuletzt setzte die Währungsreform von 1948 dem Armenfonds, der sich fast ausschließlich auf Kapital stützte, stark zu. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt bereits eine staatliche Armenfürsorge, die noch im 19. Jahrhundert allein über den Armenfonds finanziert worden war. Derzeit stehen jährlich 76.700 Euro zur Verfügung.
Eine Verbesserung der Ertragssituation dieses Aufgabenbereiches der Waisenhausstiftung könnte durch Zustiftungen gestärkt werden.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Susanne Taraschewski, Assistentin des Stiftungsdirektors
Stiftungsverwaltung Freiburg
Tel. 0761/2108-130
Email tarascheski.s@stiftungsverwaltung-freiburg.de
- Dateien:
Armenfonds2009.pdf







