Psychische Erkrankungen im Fokus

Armenfonds der Waisenhausstiftung unterstützt mit 110.000 Euro


Der Armenfonds der kommunalen Waisenhausstiftung vergibt wieder 110.000 Euro für notleidende Menschen und soziale Projekte. Besonders im Fokus liegen dieses Jahr Initiativen, die sich um psychisch erkrankte Menschen kümmern. Hierfür werden allein ein Drittel der Mittel in Höhe von zusammen 33.000 Euro bereitgestellt. Der Armenfonds wählte drei Leuchtturmprojekte aus. Sie stammen von der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V., den Räumen für Kunst und Therapie e.V. sowie vom Freiburger Bündnis gegen Depression e.V.. Insgesamt 32 soziale oder kulturelle Projekte erhalten dieses Jahr eine Förderung. Aber auch viele Einzelpersonen werden durch den Armenfonds wieder unbürokratisch und schnell über die Stadt Freiburg unterstützt. Stiftungsdirektorin Marianne Haardt und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach überreichten heute die symbolischen Schecks an die drei gemeinnützigen Vereine der Leuchtturmprojekte.

 „Psychische Erkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft deutlich zu und sie sind oft nicht sichtbar auf den ersten Blick. Doch sie sind häufig der Beginn von schweren Folgeproblemen wie etwa Ausgrenzung bis hin zum Verlust von Arbeit und anschließender Wohnungslosigkeit“, so Stiftungsdirektorin Marianne Haardt. „Wir möchten darauf aufmerksam machen und fördern dieses Jahr schwerpunktmäßig solche Initiativen, die psychisch erkrankte Menschen unterstützen“, so Haardt weiter.

Mit dem Armenfonds wirkt die Waisenhausstiftung zusätzlich zu ihren Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in die Stadt hinein. Sie hilft dort, wo die öffentliche Hand nicht mehr unterstützen kann. „Städtische Ämter sind gesetzlichen Regelungen unterworfen und kommen immer wieder an ihre Grenzen“, so Ulrich von Kirchbach, Sozialbürgermeister der Stadt Freiburg. „Man kann leider nicht immer so helfen, wie man gerne möchte. Wenn dann der Armenfonds unbürokratisch mit einer finanziellen Zuwendung einspringt, ist das sehr wertvoll“, so der Bürgermeister.

Das Förderspektrum des Armenfonds ist breit angelegt. So erhalten Projekte, die sich u. a. um geflüchtete Menschen, Langzeitarbeitslose, Kinder von Suchtkranken kümmern, ebenso Unterstützung wie Initiativen, die wohnungslose oder alleinstehende oder von sexuellem Missbrauch betroffene Menschen begleiten.

 

Drei Leuchtturmprojekte für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Die drei ausgewählten Leuchtturmprojekte werden von gemeinnützigen Vereinen mit großem ehrenamtlichem Engagement durchgeführt. Alle drei Vereine erhalten jeweils 5.000 Euro.

Die „Freiburger Hilfsgemeinschaft FHG“ entstand 1970 aus einer Bürgerinitiative und Studentenbewegung heraus. Sie hilft psychisch kranken und behinderten Menschen bei den sozialen Problemen der Rehabilitation und Reintegration in die Gesellschaft. Die FHG wird für ihr inklusives Beratungs- und Begegnungsangebot im Quartier Gutleutmatten gefördert.

Das „Freiburger Bündnis gegen Depression“ bietet seit dem Jahr 2011 telefonische Beratung an. Das regionale Hilfesystem informiert und unterstützt Menschen, die an einer Depression leiden. Als erste Anlaufstelle bietet es kurzfristige Entlastung und begleitet sie mit sogenannten Gesundheitslotsen.

Die „Räume für Kunst und Therapie“ erhalten für ihren Sozialfonds eine Förderung. Damit ermöglicht der Verein geringverdienenden Menschen mit psychischer Erkrankung die Teilnahme an seinen künstlerischen und therapeutischen Angeboten wie etwa Bildhauerei, Malerei, Musik, Tanz und Bewegung.

Weitere Empfänger
Die Zuwendungen des Armenfonds gehen u.a. an etablierte Institutionen wie die Aidshilfe, die Arbeiterwohlfahrt, das Diakonische Werk oder den Caritasverband Freiburg. Weitere Empfänger sind etwa das Frauen und Mädchen Gesundheitszentrum, das Freiburger Bündnis für Familie sowie die Freiburger Puppenbühne, die Jugendberatung Freiburg, Wildwasser e.V., MAKS (Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken) und das Nachbarschaftswerk sowie die Freiburger Straßenschule. Pro Familia und die Vereine Selbsthilfe mit Köpfchen und Start international erhalten ebenfalls eine Förderung.

Große Bandbreite an geförderten Projekten
Die Vielfalt der geförderten Projekte reicht von Umweltbildung bis zu Mädchenfußball: So bietet die Stiftung Waldhaus Veranstaltungen zum Ökosystem Wald, die Step Stiftung integriert mit Fußball Flüchtlingsmädchen, der Verein Wendepunkt berät und begleitet bei sexuellem Missbrauch und die Pflasterstube der Caritas unterstützt wohnungslose Menschen. Alle Initiativen und Vereine engagieren sich mit ganz unterschiedlichen sozialen, therapeutischen oder kulturellen Angeboten für Menschen in Freiburg. Ziel ist es, sie in ihrer jeweiligen sozialen Notsituation zu unterstützen oder ihnen eine gesellschaftliche Teilhabe in Form von Sport, Bildung oder Kultur zu ermöglichen. Die Fördersummen liegen zwischen 1.000 und 8.000 Euro. Die Ausschüttungen des Armenfonds erreichen durch diese Art der Förderung sehr viele Menschen in Freiburg.

 

Schnelle und unbürokratische Hilfe für individuelle soziale Härtefälle
Neben der Projektförderung stehen für persönliche Einzelfälle außerdem insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung, die das Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie das Amt für Soziales und Senioren der Stadt Freiburg weiterleiten. Damit werden Kosten etwa für Medikamente, Heizung, Schulausflug, Zahnersatz, Spielsachen oder Kleidung abgedeckt. Mit dieser finanziellen Unterstützung durch den Armenfonds kann die Stadt Freiburg schnell und unbürokratisch auf Notsituationen einzelner Bürgerinnen und Bürger reagieren.

Der Armenfonds der Waisenhausstiftung
Der Armenfonds aus dem 16. Jahrhundert war der Vorläufer der heutigen Sozialsysteme und ist ein Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freiburg zahlten in den Fonds ein und unterstützten damit notleidende Menschen. Durch Zustiftungen lassen sich viele soziale Projekte umsetzen. „Auch heute noch sind wir auf solidarisch fühlende Bürgerinnen und Bürger angewiesen, die Gutes bewirken möchten“, betonte die Stiftungsdirektorin Marianne Haardt.

Anträge auf Zuwendungen des Armenfonds können jedes Jahr bis spätestens 15. November eingereicht werden. Das Antragsformular befindet sich zum Download auf der Webseite der Stiftungsverwaltung Freiburg im Menübereich Stiftungsverwaltung / Information / Fördermöglichkeiten.

Die Waisenhausstiftung entscheidet in Abstimmung mit dem Dezernat III der Stadt Freiburg (Dezernat für Kultur, Integration, Soziales und Senioren) darüber. Bevorzugt werden innovative Projekte im Bereich Erziehung, Bildung, Ausbildungsunterstützung, Soziales und Integration.  

 

Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen

Susanne Taraschewski
Tel. 0761/2108-113
taraschewski.s(at)sv-fr.de

 

Presseinformation zum Download

Foto von Daniel Schoenen zum kostenlosen Download - bei Angabe des Bildautors.

 

Beteiligte bei der Scheckübergabe (von links nach rechts)

Prof. Mathias Berger, Freiburger Bündnis gegen Depression e.V., Vorstand
Prof. Katharina Domschke, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,  Bündnis gegen Depression e.V., Vorstand
Friedhilde Rißmann-Schleip, Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V., Geschäftsführung
Marianne Haardt, Stiftungsdirektorin
Hanna Wagener, Räume für Kunst und Therapie e.V., Vorstandsmitglied

Ulrich von Kirchbach, Bürgermeister